CDU

Merkel befremdet bürgerliche Basis


Peter Müller (CDU) stellt sich gegen Merkel
Von Redaktion Zivilekoalition.de

Der Parteitag der CDU hat gegen den Willen von Angela Merkel mit großer Mehrheit für einen Verfassungszusatz gestimmt, der ein Bekenntnis zur deutschen Sprache im Grundgesetz vorsieht. Mit ihrer ablehnenden Haltung befremdete die CDU-Chefin erneut die bürgerliche Basis ihrer Partei, die sich durch Merkel immer weniger vertreten fühlt. So verlangte unter anderem der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU), dass die Partei sich klar dazu bekennen müsse, was "den Staat ausmache", wozu auch die deutsche Sprache gehöre. Die Position der Bundeskanzlerin dagegen stimmt eher mit der SPD überein, wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet: zum Artikel


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Bekenntnis der bürgerlichen Basis zur deutschen Sprache

Bitte entschuldigen Sie, wenn ich noch ein letztes Mal Kritik übe,das ist auch wirklich mein letzter Kommentar auf dieser Seite. Aber wenn es "die bürgerliche Basis" wäre, die ein "Bekenntnis zur deutschen Sprache" im Grundgesetz möchte, dann wäre die bürgerliche Basis zu bedauern. Etwas alberneres und überflüssigeres ist in den letzten Jahrzehnten nicht durch das Feuilleton gejagt worden. Was wäre das für ein Land, für ein Volk, für eine Gesellschaft, für eine "bürgerliche Basis", die so etwas fordert? Einen derartigen Unfug hat sich mit Sicherheit keine "Basis" ausgedacht, sondern irgendwelche Politiker. Es steht schon genug programatischer Unsinn im Grundgesetz, wir sollten den Text nicht mit jedermanns Lieblingsthema überfrachten, die deutsche Sprache, das deutsche Sportabzeichen, deutsche Wälder, deutscher Wein, deutsche Küche, demnächst vielleicht auch noch Musik und Tanz. Eine Gesellschaft, oder wie Sie immer schreiben, eine "bürgerliche Basis" (ein Ausdruck, den ich, nebenbei, für sehr schlechtes Deutsch halte, ohne ihn gleich verfassungsrechtlich verbieten zu wollen), sollte nicht versuchen, sich komplett in Gesetzestexten abbilden zu wollen; sie dankt dann nämlich zugunsten des Staates ab, gibt den vorstaatlichen, staatsfreien Raum auf. Dazu neigen die Deutschen, spätestens seit Bismarcks Tagen, eine große demokratische Partei sollte dem aber nicht programmatisch Vorschub leisten. Insofern ausnahmsweise Hut ab vor der Bundeskanzlerin, und Hut ab vor dem neuen CSU-Generalsekretär, der das ganze als das genommen hat, was es allenfalls ist, eine Schnapsidee.
Thomas Windhöfel