US-Präsidentschaft

Obamas Sieg ist auch der Triumph seiner Online-Strategie


Von Redaktion Zivilekoalition.de

Der triumphale Sieg von Barack Obama bei den Präsidentschaftswahlen ist auch der Erfolg einer neuen Online-Strategie. Von dem erfolgreichen Einsatz des Internet der Demokraten in den USA kann auch die bürgerliche Basis in Deutschland lernen. Schon Franz Josef Strauß forderte dazu auf, die Bürgerlichen sollten an der "Spitze des Fortschritts marschieren."

Das Internet, besonders das sogenannte Web 2.0, hat Barack Obama die Möglichkeit gegeben, ein einzigartiges Netzwerk der Unterstützung aufzubauen. Obamas Mannschaft konnte effektiver als mit den traditionellen Methoden wie zum Beispiel Telefonanrufen, Hausbesuchen oder Veranstaltungen die Bürger erreichen.

Die Wirtschaftswoche schreibt:
"Mit Hilfe des Internets gelang es Obama schon während der US-Vorwahlen zum Drachentöter der Clinton-Wahlkampf-Maschinerie zu werden. Viele Beobachter hielten den Clinton-Apparat für den besten und effektivsten seit Langem bei den Demokraten." Dennoch siegte Obama.


Aktionen: Aufklärung und Information | Themen: Wahlkampf, USA, Obama, Internet |

Die Rolle des Internets bei der US-Präsidentschaftswahl 2008

Es stimmt schon. Die Webseite des Obama-Lagers war wahrhaftig professionell aufgebaut und war sehr einfach und logisch in der Verwendung. Sie ermöglichte ein reibungs- und verzögerungsfreies "Surfen". Die Webseite des Teams des Senators John McCain war zwar äußerlich tadellos doch (leider leider) nicht so Anwender-freundlich. Übrigens, die Lücke zwischen den jeweils erzielten Wahlmännerzahlen war zwar groß, doch das tatsächliche Ergebnis bezogen auf die sehr wichtigen populären Stimmzahlen war mit 52% zu 47% sehr knapp. Ich bin überzeugt daß, das Endergebnis, ohne den Faktor der Unbeliebtheit des Präsidenten Bush, ganz anders ausgesehen hätte - und einige Fachleute sind auch dieser Ansicht.

Doch, Sie haben auf jedenfall völlig recht - das Internet ist sehr wirksam und wird sich für die Zivile Koalition wie auch für die Studenten für den Rechtsstaat als sehr potentes Mittel erweisen.

Grüße

Horatio Nelson bei der bayerischen Gebirgsmarine

Bürgerliches Netzwerk?

Sehr geehrte Damen und Herren,
Franz Josef Strauß hat nach meiner bestimmten Erinnerung nicht gesagt, "die Bürgerlichen sollten an der Spitze des Fortschritts sein". Er hat vielmehr gesagt, konservativ sein heiße an der Spitze des Fortschritts zu marschieren. Das ist schon formal etwas ganz anderes. Aber auch inhaltlich sind zu diesem Zitat und zu dem Zusammenhang, in den Sie es stellen, mindestens drei Anmerkungen zu machen.
1. wollte Strauß damit natürlich nicht zum Ausdruck bringen, wie wichtig es sei, im Wahlkampf irgendwelche neuen technischen Mätzchen zu benutzen. Es ging ihm um die Offenheit der Wirtschaftspolitik für den technologischen Fortschritt, übrigens durchaus auch in weniger liberalem Sinne als im Stile der französischen Industriepolitik. Insofern überrascht es etwas, dass Sie als betont wirtschaftsliberale und staatsskeptische Debattenteilnehmer sich auf Strauß überhaupt und dann ausgerechnet auf dieses Zitat berufen.
2. hat Strauß sicher gelegentlich über ein wie auch immer zusammengesetztes "bürgerliches" Lager nachgedacht, z. B. im Zusammenhang mit der in den siebziger Jahren in der Union intensiv geführten Debatte über eine damals sog. "Vierte Partei" mit einer bundesweit agierenden CSU als Nukleus. Immer wenn es ernst wurde hat Strauß aber um eigene Mehrheiten für die Union gekämpft, in Bayern und im Bund, und die FDP dabei durchaus (auch nach der sog. Wende 1982) als politischen Gegner angesehen. Auch insoweit ist Strauß als Kronzeuge für ein bürgerliches Lagerdenken kaum geeignet. Damit sind wir aber
3. beim weitaus wichtigsten Punkt: wenn sich aus der amerikanischen Präsidentenwahl eine verallgemeinerungsfähige Botschaft von Relevanz entnehmen läßt, dann doch nicht die relativ triviale Information, daß elektronische Medien im Wahlkampf eine große Rolle gespielt haben. Entscheidend für den Sieg Obamas ist, dass das einst unter Ronald Reagan geschlossene Bündnis zwischen einer liberalen Elite, die für einen schlankeren Staat eintritt, und einer konservativen Masse, die das traditionelle Bild von Ehe und Familie erhalten will, zerbrochen ist. Auch in Deutschland hat es zu Beginn der Kohl-Ära eine Reihe von Jahren ein solches Bündnis gegeben. Aber auch hierzulande ist dieses Bündnis beendet, und zwar ist es aufgekündigt worden von den Liberalen, die auf die Ziele und Bedürfnisse der Konservativen nicht einmal mehr formale Rücksichten nehmen, und zwar weil sie ihrer Stimmen sicher zu sein glauben. Auch Sie, als Zivile Koalition, haben ja nahezu alle konservativen Positionen aufgegeben und sich ganz ins liberale Lager geschlagen, wie sich spätestens der von Ihnen ja offensichtlich mitgetragenen Resolution des "Forum Freiheit" ergibt. Diese Thesen, die sie dort vertreten, mögen als Meinungsäußerung aller Ehren wert sein, sie sind jedoch in keiner Weise akzeptabel für irgendeine wie auch immer zu benennende "Basis", wenn sie damit mehr als ein paar Tausend liberale Aktivisten und Wirtschaftslobbyisten meinen. Sie haben sich, nicht erst mit diesen Thesen, aber doch nunmehr signifikant, von der eigentlichen konservativen Basis zugunsten eines elitären Liberalismus entfernt. Das ist ohne Zweifel, das sei wiederholt,. ehrenwert als Ausdruck Ihrer Überzeugung. Als Netzwerk für eine konservative Basis scheiden Sie damit aber eindeutig aus.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Windhöfel

Forum Freiheit

Den Gegensatz zwischen einer "liberalen Elite" und einer "konservativen Masse" gibt es so doch gar nicht.

Von den Einschränkungen der Freiheit sind doch die breiten Schichten der Bevölkerung vor allem betroffen.

Die hohen Steuern- und Sozialabgaben treffen vor allem die arbeitende Bevölkerung in diesem Land und unseren Mittelstand und im Mittelstand arbeiten 80 Prozent der Bürger.

Im Forum Freiheit lag ein großer Schwerpunkt auf dem Thema Familie und der Bedrohung der Familie durch die aktuellen Tendenzen in der Politik. Gerade auch das wohl eher "konservative" Familiennetzwerk gehörte genaus zu den Teilnehmern wie katholische Privatschulinitiativen.

Es hat selten eine Veranstaltung gegeben, die von sovielen Basisbewegungen aus verschiedenen Bereichen unterstützt wurde.

Die Frage ist, ob Begriffe wie "konservativ" oder "liberal" nicht eine künstliche Trennung schaffen, die es inhaltlich so gar nicht mehr gibt. Die große Mehrheit, der Teilnehmer am Forum Freiheit sind sowohal Freiheits- als auch an Werten orientiert.

Forum Freiheit

Sie haben offenbar die Resolution des Forum Freiheit nicht richtig gelesen, sonst würden Sie in diesem Zusammenhang nicht von Werten reden.