Gesundheitsreform

Rösler will kürzen und Wahltarife einschränken


Bei Kassen, Ärzten und Kliniken soll gekürzt werden (Foto: Claudia Hautumn/pixelio.de)

Die Pläne von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zur Sicherung der Finanzierung des Gesundheitswesens werden konkreter. Am Montag stellte er sein Konzept Abgeordneten der Union vor. Neben den Versicherten, deren Beiträge steigen werden, müssen sich Kassen, Ärzte und Kliniken auf Kürzungen einstellen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" erfuhr, sollen die Honorarzuwächse der Mediziner im kommenden Jahr um einen dreistelligen Millionenbetrag geringer ausfallen. Bei den Hausarztverträgen sollen 500 Millionen Euro eingespart werden. Die Kliniken dürfen bis 2012 mehr als eine Milliarde Euro weniger ausgeben. Die Verwaltungsausgaben der Krankenkassen sollen eingefroren werden. Zudem erfuhr die FTD aus Koalitionskreisen, dass Union und FDP im Zuge der Gesundheitsreform die Zusatzangebote und Wahltarife gesetzlicher Krankenkassen für gutverdienende Mitglieder einschränken wollen.

Wahltarife, die gesetzlichen Versicherten Chefarztbehandlungen oder die Unterbringung im Einbettzimmer anbieten, sollen untersagt werden. Tarife mit Selbstbehalt und Kostenerstattung sollen die gesetzlichen Kassen allerdings weiter anbieten können. Dagegen sollen sie auf das Geschäft mit Auslandskrankenversicherungen künftig zugunsetn privater Anbieter verzichten müssen. Kassen mit vielen gutverdienenden Versicherten sehen die Regierungspläne der FTD zufolge kritisch.