USA

Was bedeutet ein US-Präsident Obama für Europa?


Strahlender Sieger: Der designierte 44. US-Präsident Barack Obama
Von Fabian Heinzel

Noch bevor alle Wahllokale geschlossen waren, war klar: Der vierundvierzigste Präsident der USA wird Barack Obama heißen. "Change", also Wechsel hat er seinen Wählern versprochen. Bislang ist jedoch unklar geblieben, was sich hinter diesem Schlagwort verbergen wird.

Obama hat es im Rahmen seines Wahlkampfes geschickt zu nutzen gewusst, dass er als Afroamerikaner mit einer weißen Mutter vielen als Projektionsfläche dient. Auch hat er, unter anderem durch seinen Auftritt in Deutschland, Europäer in einer Zahl auf seine Seite gebracht, die sich George W. Bush nicht in seinen kühnsten Träumen hätte ausmalen können. Das lässt auf eine gute Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und den europäischen Nationen hoffen. Eine derartige Entwicklung wäre in der Tat wünschenswert, denn sie wäre sowohl wirtschafts- als auch friedenspolitisch sinnvoll. Dennoch darf Europa eines nicht vergessen: Ein Präsident Obama wird - genauso wie jeder andere amerikanische Präsident - Politik im Sinne der USA machen.

Wenn sich amerikanische und europäische Interessen überschneiden, wird ihn das möglicherweise freuen, wenn nicht, wird ihn das genausowenig von der Durchsetzung der US-Ziele abhalten wie seine Vorgänger. Zudem wird der Hype um die Person Barack Obama bald vorbei sein und der Mann sich an der Bewältigung seiner Aufgaben messen lassen müssen, die angesichts der globalen Finanzkrise und der andauernden Kriege im Irak und in Afghanistan in der Tat gewaltig sind. Es ist zu erwarten, dass auch ein Barack Obama dabei nach der einst von dem amerikanischen Kongressabegordneten Thomas O'Neill herausgegebenen Devise "All politics is local" handeln wird.


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